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Astronomie-Programme gibt es in Massen für Linux. Die meisten Programme sind
aber nur für die Forschung interessant (weil dort gerne mit Linux gearbeitet wird).Aber auch der Hobby-Astronom geht nicht leer aus. Zwei nützliche Programme stellen wir kurz vor:
Das wohl umfangreichste Programm zum generieren von Sternenkarten ist Xephem.
Bereits in der Version 3.2.2 erhältlich, wird es immer noch regelmäßig verbessert und erweitert.Somit kann das Programm weit mehr als nur Sternenkarten zeichnen, auch Ansichten verschiedener Planeten unseres Sonnensystems sind erhältlich. Besonders gelungen ist dabei unser Mond, der mit einer hochauflösenden Textur überzogen wurde. Besonders für Planetenbeobachten interessant ist die Möglichkeit, sich anzeigen zu lassen, auf welchem Punkt der Erde ein Planet im Zenit steht. Somit ist schnell einsehbar, ob ein Planet überhaupt beobachtbar ist oder hinter dem Horizont liegt. Das erzeugen von Sternenkarten ist mit Xephem besonder komfortabel. Das Programm besitzt standardmäßig eine umfangreiche Liste an Beobachtungsorten. Wohl jeder findet einen Ort aus seiner Umgebung. Die Positionen der Sterne berechnet Xephem aus einer mitgelieferten Datei, aber falls man immer die aktuellsten Daten benutzen will, ist es sogar möglich, diese automatisch aus dem Internet herunterladen zu lassen. Mit einem umfangreichen Optionen-Fenster kann man auswählen, was alles auf der Sternenkarte aufgeführt werden soll; und ein zusätzlicher Filter ermöglicht es, nur diejenigen Sterne, Galaxien und Nebel darstellen zu lassen, die bestimmte Kriterien erfüllen (z.B. Helligkeit, Galaxienform ...). Als besonders gelungen (im Vergleich zu Xplns) kann man den Ausdruck der Sternenkarten bezeichnen. Der Ausdruck kann sowohl farbig als auch in schwarz-weiß erfolgen und auch ein Exportieren in eine Postscript-Datei ist möglich.
Xephem ist sowohl als Quellcode als auch als Binärdatei erhältlich. Dies liegt daran, daß
Xephem als Toolkit die kommerzielle Bibliothek Motif verwendet. Besitzen sie
diese Bibliothek nicht, sollten sie die Binärversion heruterladen. Dort sind die
Motiv-Libraries statisch eingebunden, so daß sie diese nicht seperat benötigen.
Xplns ist besonders dafür geeignet, für seine nächtlichen Himmelsbeobachtungen
schnell aktuelle Sternenkarten zu generieren.
Leider hat das Programm mehrere Schwachpunkte, die nicht ohne weiteres zu
beheben sind, denn Xplns wird nicht unter GPL vertrieben. Das Programm, das zwar frei
kopiert werden kann, steht nämlich nur als Binärdatei zur Verfügung.
Die zweite fehlende Option ist die Möglichkeit, weitere Beobachtungsorte der bereits
bestehenden Liste hinzuzufügen. Die mitgelieferte Liste an Orten ist recht kurz und
beschränkt sich hauptsächlich auf Nordamerika. Will man selbst weitere Beobachtungsorte
hinzufügen, muß man die Datei "xplns.obs" per Hand editieren. Ortsbeschreibung Längengrad Breitengrad Höhe Zeitzone(nach GMT)Für Hamburg ergibt das z.B.: Hamburg, Germany 9.800E 53.600N -1 +01.00Xplns ist dabei besonders penibel, was die Spalten angeht, in welcher der Text steht.
Sehr schön ist auch die Möglichkeit, die Sterne am virtuellen Himmel wandern zu lassen und dabei eine Linie am Himmel ziehen zu lassen. Das Ergebnis entspricht den Bekannten Himmelsaufnahmen mit langen Blendenzeiten. Hierbei kann man auch dem letzten Ungläubigen beweisen, daß auch der Polarstern eine Kreisbewegung vollführt. Als Darstellungsarten gibt es die Äquatoriale, die Horizontale, aber auch eine Sonnen-System Darstellung wird unterstützt, bei der man unser gesamtes Sonnensystem und den dahinter befindlichen Sternenhimmel im Überblick hat. Natürlich läßt sich einstellen, ab welcher Magnitudine die Sterne dargestellt werden, so daß besonders Anfänger sich schneller am Himmel zurechtfinden. Auch Galaxien und Nebel werden dargestellt, und bei einem Mausklick auf das Objekt öffnet sich ein weiteres Fenster, in dem zusätzliche Informationen erhältlich sind (Name, Magnitudine, Winkelmaß, R.A., ...).
Besonders wegen der unkomplizierten Bedienung wendet sich Xplns im Gegensatz zu XEphem
besonders an den Astronomie-Anfänger, der schnell einige Sternenkarten sehen
oder nur interessehalber an den verschiedenen Funktionen herumspielen will.
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