LinuxNetMag
SuSE 7.0 Testbericht
Archiv | Home
Inhalt
   
LinuxNetMag #5

  Software
 Aktuell
kurz vorgestellt
SuSE7.0 Testbericht
Mozilla Preview
 Applikationen
Videoschnittsystem
Windows X-Server
Windowmanager
  
 

Hardware

TV-Karte
Wheel-Mouse
Webcam selbstgebaut
LCD-Panel
  
 

Netzwerk

Web2Fax-Gateway
Apache mit SSI
Booten übers Netz
Webcam-Streaming
offline Mailingliste
Audio-Streaming
ISDN-Dial-In Server
empfehlenswerte Links
  
 Wissen
Abenteuer ReiserFS
Linux-Devices
LinuxExpo Brasilien
  
 

Sonstiges

Mailing-Liste
Gästebuch
Artikelliste
Unterstützen Sie uns !
zurück zur Hauptseite



Druckversion


  SuSE-Logo Gerade frisch erschienen, haben wir die SuSE 7.0 - Professional auch gleich einem Installationstest unterzogen.
Die Ergebnisse wecken gemischte Gefühle...

Neue Philosophie

SuSE-Maskottchen Mit Erscheinen der neuen Version 7.0 der in Deutschland sehr beliebten SuSE-Distribution, hat sich die Nürnberger SuSE GmbH etwas neues einfallen lassen.
Ab nun gibt es zwei verschiedene Distributionen. Einmal die Personal- und die Professional-Version.
Die beide Distributionen unterscheiden sich im Umfang der mitgelieferten Software und der Dokumentation.
Die Personal-Version richtet sich hauptsächlich an den Privatnutzer mit Einzelplatzrechner, während die Professional-Version eher für den "Power-User" und/oder für den Server-Betrieb konzipiert wurde.
Nur der Professional-Version liegt das ca. 650-seitige SuSE-Handbuch bei, welches früher als Standarddokumentation mitgeliefert wurde.
Das Handbuch (jetzt mit dem Untertitel Know-how) wurde leicht überarbeitet, und somit an die neue SuSE-Distribution angepaßt (später mehr).
Zusätzlich erhält die SuSE-Professional weitere drei Handbücher, die auch in der Personal-Edition mitgeliefert werden:
Konfiguration, Die Programme und Quick-Install Manual

Ganze sechs CDs umfaßt mittlerweile die Softwaresammlung der Professional-Version. Außerdem erhält man die DVD-Version gleich mitgeliefert und muß nicht mehr separat erstanden werden.

Wer übrigens ein Update seiner älteren SuSE-Distribution auf die neue 7.0 vollziehen möchte, kommt um den Kauf der Professional-Version nicht herum, da einige Pakete der älteren Distributionen nur noch auf der neuen Professional vorhanden sind.

Installation - allgemein

Die Installation kann wahlweise mittels der grafischen Oberfläche Yast2 oder des textbasierten Programms Yast1 erfolgen. Dafür legt man entweder die erste oder die zweite bootfähige SuSE-CD ein.
Außerdem erhält man zwei Disketten, mit denen die Installation gestartet werden kann, falls man kein Bootfähiges CD-Rom-laufwerk besitzt.
Die erste CD startet Yast1, die zweite CD enthält Module, die man später noch nachladen kann, um seltene Hardware oder auch weniger üblichen Netzwerkkarten ansprechen zu können.
Weiterhin wird eine Installation via NFS oder FTP unterstützt.
Allerings benötigt man für eine Installation mittels FTP stolze 74 MB RAM, und ist deshalb nicht für kleinere PC-Systeme geeignet.

Die Minimalausstattung für eine Installation mittels Yast2 beträgt stolze 64 MB Ram und einen Pentium-Prozessor.
Ansonsten muß man mit Yast1 vorlieb nehmen, was für Anfänger vielleicht etwas abschreckend wirkt, für den fortgeschritten User allerdings eine Fülle an weiteren Installationsvarianten bietet -- besonders hervorzuheben ist die fantastisch-einfache Konfiguration von LVM.

Mit Yast2 kann man nun auch - ähnlich wie bisher mit Yast1 - nach erfolgter Installation den Rechner konifgurieren und RPM-Pakete nachinstallieren.

Yast2 Pakete nachinstallieren

Zwar gibt es noch nicht so viele Möglichkeiten wie bei Yast1, allerdings wird es wohl mit der Zeit eine Fülle an weiteren Yast2-Modulen geben, die dann zur Konfiguration einzelner Hardware-Komponenten bzw. Netzwerkservices eingesetzt werden können.
Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang momentan nur die Sound-Installation von Yast2. Während der Installation war die Soundkarte zwar erkannt worden, jedoch waren die Module nicht korrekt in die /etc/conf.modules eingetragen (zumindest auf allen hiesigen Rechnern), so daß die Soundkarte keinen Ton von sich gab.
Mittels der Soundkarten-Installation von Yast2 konnte dieses Problem aber schnell behoben werden, indem man die Soundkarte einfach erneut installiert (dies funktionierte übrigens über automatische Hardwareerkennung).

Installation - Testrechner

Die Installation erfolgte auf unserem Testrechner, der über folgende Spezifikation verfügt:

Spezifikationen
Mainboard  : AOpen AGP ATX-Mainboard -  AX59Pro
Prozessor  : AMD K6 III - 450
Soundkarte : SB Live! value
TV-Karte   : Hauppauge WinTV Go!
Grafikkarte: Vodoo3 3000 AGP
             Vodoo1 (Voodomania) 3dFX Add-On-Karte
Monitor    : Samsung SyncMaster 17GLi
Maus       : Logitech Cordless Wheel Mouse
CD-Rom     : ASUS IDE
Mit dieser Hardware sollte es sich um einen gängigen Mittelklasse-PC handeln.

Die Installation auf unserem Testrechner fing schon gleich mit einer Überraschung an. Nach dem Booten mit der ersten SuSE-CD blieb der PC vor dem Umschalten in den SVGA-Modus erstmal schwarz und ließ sich nicht mehr steuern.
Nach einem Reboot wurde das Ausmaß erst richtig sichtbar. Das Bios meldete beim Neustart eine ungültige Konfiguration und stellte alles wieder auf Standardkonfiguration zurück.
Danach klappte das Booten mit der CD, allerdings waren nun alle mühsam optimierten Bios-Einstellungen verschwunden. (Nachdem die Bios-Einstellungen rückgängig gemacht wurden, trat der Fehler erneut auf -- allerdings war ich nicht in der Lage herauszufinden, welche genaue Bios-Einstellung für den Fehler zuständig war). Abschließend kann man sagen, daß SuSE lieber auf so einen Spielkram wie das Pinguin-Bild und SVGA-Modus während des Bootens verzichten sollte, wenn man dafür Probleme umgehen könnte.
Weiterhin erweckt dieses Verhalten den Verdacht, daß während des Boot-Vorganges im Bios rumgefuscht wird, was schon echtes Windows-Niveau hat.

Danach wurde die Installation ohne auftretende Probleme mittels Yast2 durchgeführt. Der Installationsvorgang hat sich gegenüber älteren SuSE-Versionen dahingehend vereinfacht, daß kein einziges Neustarten des Rechners vonnöten ist. Nach Installation der Basispakete, läd Yast2 das installierte System und installiert vom laufenden System aus die restlichen Pakete. Nach Beenden der Installation kommt man direkt zur Konsole um sich einzuloggen.

Standardmäßig wird als X-Server immer noch XFree86 in der Version 3.6 installiert, da hier die Anzahl an unterstützen Grafikkarten noch wesentlich größer ist als beim Nachfolger XFree86 4.0.
Wer aber trotzdem lieber die neue Version installieren will, muß dies mittels des Programms SaX2 machen.

Sax2 Installation

Dieses Programm SaX2 erkennt (sollte es zumindest) die Grafikkarten automatisch, sogar mehrere, falls mehr als eine eingebaut sein sollten (wie auf unserem Testrechner).
Denn XFree86 4.x unterstützt nun endlich auch multihead (wie Accelerated X übrigens schon lange), so daß man das Computerbild auf mehrere Monitore aufteilen kann. (Allerdings wollte SaX2 uns auch anbieten, die Vodoo1-Add-On-Karte im Multihead-Modus zu verwenden, was jedoch zu Problemen führen würde, da diese Karte nur einen 3DfX-Modus unterstützt.)
Nach dem Auswählen unseres Monitors aus der reichhaltigen langen Liste und der Wahl der Logitech-Wheel-Maus wird einem eine Reihe an möglichen Auflösungen geboten, die beim nachfolgenden Testen den Monitor jedoch schwarz ließen. Die maximal erreichbare Auflösung lag bei 1024x768, was weit unter den Fähigkeiten des Monitors lag. Ein Blick in die später erzeugte /etx/X11/XFree86.config zeigte, daß die generierten Modelines sehr zurückhaltend gewählt wurden.
Wahrscheinlich als Folge sehr kleiner Werte von Hsync und Vsync der voreingestellten Monitoreigenschaften.
Nachdem die Modelines einer älteren XFree86-Konfiguration per Hand übernommen wurden, konnte nun auch eine höhere Auflösung (und das immer noch flimmerfrei) benutzt werden.
Trotz unter SaX2 korrekt ausgewählter Maus, konnte der Zeiger allerdings nicht bewegt werden. Nach Auswahl einer normalen 3-Knopf-Maus und einer nachfolgenden Hand-Anpassung der XFree68.conf konnte dann auch das Rad an der Maus benutzt werden.

Danach ging es an die Konfiguration der TV-Karte (Achtung: Die Installationsanleitung im mitgelieferten Handbuch ist vollkommen veraltet). Nachdem die TV-Karte unter XFree86 3.6 ohne Komplikationen lief, erwartete ich auch unter 4.0 keine nennenswerten Probleme. Da hatte ich aber mal wieder nicht mit den Tücken der Technik gerechnet.
Kwintv, xawtv (und sogar vmware) brachten den X-Server alle in einen seltsamen Zustand zwischen Absturz und Leichenstarre. Der Server ließ sich nur zeitweise bedienen, dann allerdings nur für wenige Sekunden, bevor der Mauszeiger wieder für ca. eine Minute einfrohr. Teilweise begleitet von beängstigenden Strichmustern auf dem Monitor.
Nach etwas längerer Untersuchung war die Ursache gefunden. Der Fehler lag in der DGA-Unterstützung des XFree68 4.0 Servers. Dieses Modul ist sowohl zuständig dafür, daß Applikationen die Auflösungen des Monitors ändern können (z.B. vmware) oder eben für das direkte Zeichnen eines Bildes in einen Monitorbereich (wie es bei allen TV-Applikationen üblich ist).
Bei vielen Installationen/Distributionen wird dieses Modul nicht geladen, da es noch nicht von allen Grafikkarten unterstützt wird, allerdings zeigte ein Blick in die /var/log/XFree86.0.log, daß dies für SuSE7.0 nicht zutrifft. Hier wurde das Modul ordnungsgemäß beim Starten des X-Servers geladen, offentsichtlich vertrug es sich aber nicht mit der Grafikkarte (obwohl eine Vodoo3-3000 wirklich nicht sehr exotisch ist). Abhilfe schaffte hier ein Update des Paketes xmodules.rpm, von dem nämlich auf dem SuSE Server (www.suse.de) bereits eine neuere Version vorliegt. Außerdem sollte man in derartigen Problemfällen auch ein Update auf das neue Xfree86 4.01 in Betracht ziehen (ebenfalls auf dem SuSE-Server zu finden).

Die Konfiguration verschiedener Netzwerkservices wie DHCP, NIS und NFS erfolgte über Yast1 und verlief so erfolgreich und unkomliziert, wie man es von SuSE schon seit längerem gewohnt ist.
Konfiguration des LVM und Benutzung von reiserfs gestalten sich mittels Yast1 als sehr unkompliziert und sind auch für unerfahrene Linux-Benutzer erreichbar.

Das Erzeugen einer Boot-Diskette hingegen war nicht erfolgreich, da das Bios nicht auf die Festplatten-Sektoren mit dem Kernel zugreifen konnte.
Während der LILO-Installation erhielt man zwar eine Warnung, beim Generieren der Bootdiskette gab es hingegen keine.
Beim nächsten Neustart kam man daraufhin nicht an das soeben installierte Linux heran. Jedoch eignen sich die erste und zweite SuSE CD (da Bootfähig) sehr gut als Ersatz einer Boot-Diskette. Denn auch sie erlauben es, ein bereits installiertes Linux zu starten.

Installation - auf seltsamer Hardware

Neben der Installation auf unserem Testrechner versuchte ich auch noch die Installation auf exotischer Hardware.
Beispielsweise die Installation unter VMware. Dies gestaltete sich als sehr unproblematisch, allerdings erfolgt die Installation nur über Yast1, da Yast2 nicht in den benötigten Grafikmodus wechseln kann.
Nach erfolgreicher Installation müssen dann noch die Grafiktreiber für Xfree86 nachinstalliert werden (siehe dazu die vmware-Dokumentation), und die virtuelle Maschine unterscheidet sich kaum noch vom Original.

Die Installation auf einem alten 486DX2/66 mit 8MB Ram und ohne CD-Rom-Laufwerk gestaltet sich dann schon komplizierter.
Die Bootdisketten funktionieren beispielhaft einfach. Um die Unterstützung für ungewöhnliche Hardware zu erhalten, benutzt man einfach die beiliegende zweite Diskette, auf der sich eine Reihe an Modulen befinden, die dann nachgeladen werden können. Leider erfolgt die Erkennung einer ISA-NE2000-Karte nicht mehr automatisch, und man sollte schon die Interrupt-Nummer parat haben, um die Karte ansprechen zu können.

Da der PC über kein CD-Rom-Laufwerk verfügte, blieb nur eine Installation übers Netz.
Die Installation über FTP ist auf einem derartigen Rechner allerdings nicht machbar, da man dafür mehr als 74MB Ram benötigt, also bleibt nur die Installation über NFS.
Allerdings eignet sich die SuSE7.0 nicht für den Einsatz auf altersschwacher Hardware, da sie sehr ressourcenschluckend ist.
Selbst bei Minimalinstallation werden viele Services einfach installiert und beim Booten gestartet, auf die man gerne verzichten könnte.
Entweder sollte man hierfür eine ältere Distribution nehmen, oder am besten eine Spezial-Distribution wie beispielsweise µ-Linux.

Die Handbücher

Die Professional-Version wird mit 4 Handbüchern ausgeliefert:

Quick-Install Manual:
Quick-Install Handbuch Beim Quick-Install-Manual handelt es sich um ein 65-seitiges Heftchen, daß sich eindeutig an den Linux-Einsteiger richtet. Mit bunten Bildern, vielen Screenshots und Sprechblasen wird man durch die grafische Installation von Yast2 begleitet. Die Installationshilfen gehen sogar so weit, daß auch die OK und Weiter Knöpfe noch näher erklärt werden.
Auf die Partitionierung wird nicht weiter eingegangen. Stattdessen steht unter dem Screenshot zur Partitionierungstabelle nur DIES WAR NUR ZUR INFORMATION. BITTE KLICKEN SIE ZURÜCK.
Auf Begriffe wie ReiserFS, ext2 oder Swap wird nicht näher eingegangen.
Wer auf ein derartiges Handbuch angewiesen ist, sollte sich durchaus fragen, ob der Kauf einer Professional-Version nicht zu hoch gegriffen war...

Das Handbuch -- Linux Know-how
SuSE Handbuch begleitet einen kompetent durch die Installation mittels Yast2 und/oder Yast1.
Sehr umfangreich wird auf die verschiedenen existierenden Verfahren eingegangen, um Linux nach der Installation auch zu booten (LiLO, Bootdisk, Loadlin, andere Bootmanager ...) und welche Probleme dabei aufgrund existierenden Bios und Hardwarebeschränkungen auftreten können.
Dieser Abschnitt ist sehr gelungen und bietet auch bei den vielen auftretenden Problemfällen praktikable Lösungen.
Häufig wird auch auf die 1024-Zylinder-Grenze eingegangen, aber mit keinem Wort erwähnt, daß dieses Problem dank neuer LILO-Version bei neuesten Boards (Faustregel: Boards ab 1998) nicht mehr existiert (beiligende Version von Lilo ist 21).
Stattdessen wird bei der Installation automatisch eine Partition /boot angelegt, die unterhalb der 1024-Zylinder-Grenze liegt und später die Kernel und Lilo-Konfiguration enthält.

Außerdem wird das nicht zu unterschätzende Problem der Partitionierung ausführlich behandelt. Es findet sich eine kurze aber gute Einführung in das neue Dateisystem ReiserFS, und es werden sogar Hinweise zu den zu wählenden Partitionsgrößen gegeben. Nicht nur qualitativ, sondern sogar in MB-Größen. Eine Tatsache, die viele Distributionen vermeiden, da derartige allgemeine Aussagen eher schwer zu treffen sind.

Einige Informationen fehlen aber in diesem Abschnitt. So wird nicht erklärt, warum bei der Installation die Swap-Partition vor die eigentliche root-Partition gelegt wurde. Schließlich kann dies auf vielen Systemen nicht zu unterschätzende Performance-Vorteile mit sich bringen.
Falls man auch das /var-Verzeichnis als eigene Partition anlegen will, sollte man auch dieses in den vorderen Plattenbereich legen.
Auch wird nicht erwähnt, daß man beim Betreiben eines lokalen News-Servers (inn) (was sogar an Einzelrechnern häufig der Fall ist) die /var-Partition nicht zu klein planen sollte, da dort der gesamte News-Verzeichnisbaum abgelegt wird. Außerdem ist es dann empfehlenswert, die Inode-Dichte zu verkleinern.
Bei einem professionellen Einsatz von Linux sind dies alles wichtige Performance-Gewinne, die ohne größeren Aufwand erreicht werden können, und deshalb in einer Professional-Anleitung nicht ungesagt bleiben sollten.

Im Abschnitt der Netzwerk-konfiguration finden sich gute Anleitungen zur grundlegenden Installation des Netzwerks.
Das Routing wird allerdings recht kurz abgehandelt, genauso wie NIS- und NFS-Dienste. Besonders schmerzlich vermisst man eine genaue Konfiguration einer Firewall. Da SuSE zu diesem Bereich keinerlei Support bietet, sollte man deshalb aber nicht an der Dokumentation sparen.
Bei der Konfiguration einer Firewall wird nur auf die Einstellungen mittels Yast1 eingegangen.
Die Installtion von PPP und ISDN sind hingegen sehr umfangreich, allerdings wird bei PPP nur die Einwahl ins Internet beschrieben, der umgekehrte Weg eines Dial-In-Servers wird gänzlich ausgespart.

Die restliche Dokumentation behandelt einzelne Hardware- und Softwarekomponenten und ist durchaus gelungen.
Grundlegende Linux-Befehle werden erklärt, und besonders interessant ist der Bereich der Kernel- und Modul-Konfiguration.

Dies kann aber nicht über die ganz entscheidenden Schwachpunkte dieses Handbuchs hinwegtäuschen. Da sich die Professional-Edition natürlich vorherrschend an den Server-Betrieb von Linux richtet, ist es um so erschütternder, daß grundlegende Software wie z.B. Apache nur in einem einzigen Nebensatz erwähnt werden.
Gerade der Web-Server Apache ist wohl ein Hauptgrund, warum viele Firmen Linux anstatt NT als Server einsetzen. Deshalb sollte diesem Bereich in einer Professinal-Dokumentation viel Platz gegeben werden.
SSL, SSI und PHP in Verbindung mit einer SQL-Datenbank sind nicht gerade selbsterklärend und sollten deshalb zumindest erwähnt werden.
Auch das relativ neue LVM wird nicht erklärt, sondern nur darauf hingewiesen diese Technik nur dann zu benutzen, wenn man genau weiß, wie man sie benutzt -- äußerst hilfreich.
Mittels LVM kann man Partitionen über mehrere Platten auszudehnen und sogar während der Laufzeit in ihrer Größe verändern. Diese Technik ist natürlich für größere Server interessant, um schnell Plattenplatz hinzufügen zu können.

Abschließend hinterläßt das Handbuch den Eindruck, daß man hier bisher den Umsprung zu einer Professional-Version noch nicht vollzogen hat.
Es wird viel zu wenig auf die Belange von Linux im Server-Einsatz eingegangen und entscheidende Software und deren Konfiguration z.T. nicht einmal erwähnt.
Viel mehr handelt es sich um eine Hilfe für Linux-Interessierte, die Ihr System für etwas mehr als reine Textverarbeitung benutzen wollen.
Viel zu häufig ist man auf Spezialliteratur angewiesen um weitere Information zu finden.
Als Dokumentation von Linux für einen professionellen Server-Einsatz eignet sich das Handbuch in keinster Weise.
Konfiguration
Ein weiteres 230-seitiges Handbuch mit dem Titel Konfiguration gibt sowohl eine Einführung in die Benutzung von KDE als auch die Systemkonfiguration mittels Yast1, Yast2, SaX und SaX2.
Auch auf den Einsatz von Hardwarekomponenten wie Scanner, CD-Brenner und TV-Karte wird eingegangen.
Außerdem findet man in dem Buch ein Kapitel über Ergonomie am Arbeitsplatz, welches einem erklärt, worauf man bei seinem Rechner und seiner Arbeitsumgebung achten sollte um möglichst gesund und bequem am Rechner arbeiten zu können.
Auch wenn ein derartiger Text eher der PC-Hardware anstatt einem Betriebssystem beiliegen müßte, sollte man den Abschnitt durchaus beherzt lesen.
Handbuch: Konfiguration
Handbuch: Programme Die Programme
Das letzte noch mitgelieferte Handbuch gibt einem Anleitungen zu den Softwareprogrammen StarOffice, Adobe Acrobat Reader, Midnight Commander, joe, Netscape, RealPlayer5, kscd, xmms, Gimp und XSane.
Da bei Linux-Software normalerweise die Anleitungen nur als Text-Datei beiliegen, kann es für viele Anwender hilfreich sein, eine Anleitung in ausgedrucker Form zu haben.
Aber auch hier gilt: Wer Linux als Server einsetzen möchte, aber Dokumentation zur Bedienung von Netscape oder xmms benötigt, hat etwas falsch gemacht ..

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, daß die SuSE 7.0 einen sehr geteilten Eindruck hinterläßt.
Für Anfänger sehr gelungen ist die einfache Installation mittels Yast2.
Besonders wegweisend ist die automatische Hardwareerkennung und die Konfiguration der einzelnen Komponenten. Allerdings gibt es hier noch eine Reihe von Schwächen, da (zumindest auf unserem Rechner) vieles an Fähigkeiten ungenutzt blieben (speziell Grafikkarte und Monitor), denn man mußte nachträglich per Hand die Konfigurationsdateien noch optimieren.
Der Softwareumfang ist gigantisch und meines erachtens im Vergleich mit allen anderen Distributionen unerreicht.
Die Sammlung umfaßt Office-Pakete, alle erdenklichen Netzwerktools, auch Testversionen kommerzieller Programme bis hin zu den üblichen nützlichen Tools.

Spätere Konfiguration erfolgt komfortabel über Yast1 und mittlerweile auch z.T. über Yast2. Wer es lieber hat, kann aber auch SuSEConfig ausschalten und die Konfiguration mittels Texteditor durchführen. Somit dürften sowohl Anfänger als auch Hacker zufrieden sein.

Die Handbücher hingegen sind für den professionellen Einsatz kaum geeignet, und ersetzen gute Fachliteratur in keinster Weise. Hier sollte man bei der Professional-Edition die speziell an Anfänger gerichteten Installationsanleitungen weglassen und dafür das Linux-Know-How-Handbuch um so manche Netzwerkthemen erweitern.

Die Professional-Edition hinterläßt den Eindruck, daß der Spagat zwischen einer Einsteiger- und einer Power-Distribution noch nicht gelungen ist.
Einerseits will man Linux-Einsteiger nicht verprellen, die (warum auch immer) zur Professional-Version greifen, andererseits will man aber auch den High-End-Markt mit dieser Distribution erreichen.
Dies kann aber auf Dauer nicht gelingen. Wenn man schon die Distribution in zwei Versionen aufteilt, dann bitte auch richtig.
Will man auf Dauer den professionellen Markt gewinnen, müssen Pakete wie SQL-Datenbanken, Netzwerksicherheit, Clustering und Serverdienste mehr in den Mittelpunkt der Distribution gerückt werden und sollten nicht nur als zusätzliche RPM-Pakete auf einer weiteren CD mitgeliefert werden, denn aus dem Netz herunterladen kann sich jeder Administrator diese Pakete auch selber.
In diesem Zusammenhang sollte aber nicht vergessen werden, daß wichtige Tools wie ReiserFS und LVM schon vorbildlich eingebunden wurden.

Jeder Benutzer sollte selbst entscheiden, ob er auf KDE2(Beta) und die Server- und Entwickler-Tools, die nur der Professional-Version beiliegen, angewiesen ist, denn für einen Einsatz als Desktop sollte die Personal-Edition von SuSE ausreichen.

SuSE Homepage: www.suse.de

Wir bedanken uns bei der SuSE GmBH für die Bereitstellung einer Evaluationsversion.

SuSE und Yast sind eingetragene Warenzeicchen der SuSE GmBH.
Linux ist ein eingetragenes Warenzeichen von Linus Torvalds.

Platz für Kommentare & Fragen:
(selbst eintragen)

    -Testberichte über Testberichtschreiber - 26.10., Ralf Knies
        -Re: Testberichte über Testberichtschreiber - 26.10., Ronny Ziegler
            -Re:Re: Testberichte über Testberichtschreiber - 9.11., Roland Steinbach
    -Voodoo 3 + 1 - 27.10., Björn
        -Re: Vodoo 3 +1 - 27.10., Ronny Ziegler

 

Weitere Ausgaben Linux NetMag
[ #1 | #2 | #3 | #4 | #5 | Main ]