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LinuxNetMag #5
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Gerade frisch erschienen, haben wir die SuSE 7.0 - Professional auch
gleich einem Installationstest unterzogen.
Die Ergebnisse wecken gemischte Gefühle...
Mit Erscheinen der neuen Version 7.0 der in
Deutschland sehr beliebten SuSE-Distribution, hat sich die Nürnberger
SuSE GmbH etwas neues einfallen lassen.
Ab nun gibt es zwei verschiedene Distributionen. Einmal die Personal-
und die Professional-Version.
Die beide Distributionen unterscheiden sich im Umfang der mitgelieferten Software
und der Dokumentation.
Die Personal-Version richtet sich hauptsächlich an den Privatnutzer mit
Einzelplatzrechner, während die Professional-Version eher für den
"Power-User" und/oder für den Server-Betrieb konzipiert wurde.
Nur der Professional-Version liegt das ca. 650-seitige
SuSE-Handbuch bei, welches früher als Standarddokumentation mitgeliefert wurde.
Das Handbuch (jetzt mit dem Untertitel Know-how) wurde leicht überarbeitet,
und somit an die neue SuSE-Distribution angepaßt (später mehr).
Zusätzlich erhält die SuSE-Professional weitere drei Handbücher, die auch
in der Personal-Edition mitgeliefert werden:
Konfiguration, Die Programme und Quick-Install Manual
Ganze sechs CDs umfaßt mittlerweile die Softwaresammlung der Professional-Version.
Außerdem erhält man die DVD-Version gleich mitgeliefert und muß nicht mehr
separat erstanden werden.
Wer übrigens ein Update seiner älteren SuSE-Distribution auf die neue
7.0 vollziehen möchte, kommt um den Kauf der Professional-Version nicht
herum, da einige Pakete der älteren Distributionen nur noch auf der
neuen Professional vorhanden sind.
Die Installation kann wahlweise mittels der grafischen Oberfläche Yast2 oder
des textbasierten Programms Yast1 erfolgen. Dafür legt man entweder
die erste oder die zweite bootfähige SuSE-CD ein.
Außerdem erhält man zwei Disketten, mit denen die Installation
gestartet werden kann, falls man kein Bootfähiges CD-Rom-laufwerk besitzt.
Die erste CD startet Yast1, die zweite CD enthält Module, die
man später noch nachladen kann, um seltene Hardware oder auch
weniger üblichen Netzwerkkarten ansprechen zu können.
Weiterhin wird eine Installation via NFS oder FTP unterstützt.
Allerings benötigt man für eine Installation mittels FTP stolze
74 MB RAM, und ist deshalb nicht für kleinere PC-Systeme geeignet.
Die Minimalausstattung für eine Installation mittels Yast2
beträgt stolze 64 MB Ram und einen Pentium-Prozessor.
Ansonsten muß man mit Yast1 vorlieb nehmen, was für Anfänger vielleicht
etwas abschreckend wirkt, für den fortgeschritten User allerdings
eine Fülle an weiteren Installationsvarianten bietet -- besonders
hervorzuheben ist die fantastisch-einfache Konfiguration von LVM.
Mit Yast2 kann man nun auch - ähnlich wie bisher mit Yast1 - nach
erfolgter Installation den Rechner konifgurieren und RPM-Pakete nachinstallieren.
Zwar gibt es noch
nicht so viele Möglichkeiten wie bei Yast1, allerdings wird es wohl
mit der Zeit eine Fülle an weiteren Yast2-Modulen geben, die dann zur
Konfiguration einzelner Hardware-Komponenten bzw. Netzwerkservices
eingesetzt werden können.
Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang momentan nur die Sound-Installation
von Yast2. Während der Installation war die Soundkarte zwar erkannt
worden, jedoch waren die Module nicht korrekt in die /etc/conf.modules
eingetragen (zumindest auf allen hiesigen Rechnern), so daß die Soundkarte
keinen Ton von sich gab.
Mittels der Soundkarten-Installation von Yast2 konnte dieses Problem aber schnell
behoben werden, indem man die Soundkarte einfach erneut installiert (dies
funktionierte übrigens über automatische Hardwareerkennung).
| Installation - Testrechner |
Die Installation erfolgte auf unserem Testrechner, der über folgende
Spezifikation verfügt:
| Spezifikationen |
Mainboard : AOpen AGP ATX-Mainboard - AX59Pro
Prozessor : AMD K6 III - 450
Soundkarte : SB Live! value
TV-Karte : Hauppauge WinTV Go!
Grafikkarte: Vodoo3 3000 AGP
Vodoo1 (Voodomania) 3dFX Add-On-Karte
Monitor : Samsung SyncMaster 17GLi
Maus : Logitech Cordless Wheel Mouse
CD-Rom : ASUS IDE
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Mit dieser Hardware sollte es sich um einen gängigen Mittelklasse-PC handeln.
Die Installation auf unserem Testrechner fing schon gleich mit einer
Überraschung an.
Nach dem Booten mit der ersten SuSE-CD blieb der PC vor dem Umschalten
in den SVGA-Modus erstmal schwarz und ließ sich nicht mehr steuern.
Nach einem Reboot wurde das Ausmaß erst richtig sichtbar. Das Bios meldete
beim Neustart eine ungültige Konfiguration und stellte alles wieder
auf Standardkonfiguration zurück.
Danach klappte das Booten mit der CD, allerdings waren nun alle mühsam
optimierten Bios-Einstellungen verschwunden. (Nachdem die Bios-Einstellungen
rückgängig gemacht wurden, trat der Fehler erneut auf -- allerdings war ich
nicht in der Lage herauszufinden, welche genaue Bios-Einstellung für
den Fehler zuständig war).
Abschließend kann man sagen, daß SuSE lieber auf so einen Spielkram wie das
Pinguin-Bild und SVGA-Modus während des Bootens verzichten sollte, wenn man
dafür Probleme umgehen könnte.
Weiterhin erweckt dieses Verhalten den Verdacht, daß während des Boot-Vorganges
im Bios rumgefuscht wird, was schon echtes Windows-Niveau hat.
Danach wurde die Installation ohne auftretende Probleme mittels Yast2
durchgeführt. Der Installationsvorgang hat sich gegenüber älteren
SuSE-Versionen dahingehend vereinfacht, daß kein einziges Neustarten des
Rechners vonnöten ist. Nach Installation der Basispakete, läd Yast2 das
installierte System und installiert vom laufenden System aus die restlichen
Pakete. Nach Beenden der Installation kommt man direkt zur Konsole um
sich einzuloggen.
Standardmäßig wird als X-Server immer noch XFree86 in der Version 3.6
installiert, da hier die Anzahl an unterstützen Grafikkarten noch wesentlich
größer ist als beim Nachfolger XFree86 4.0.
Wer aber trotzdem lieber die neue Version installieren will, muß dies mittels
des Programms SaX2 machen.
Dieses Programm SaX2 erkennt (sollte es zumindest) die Grafikkarten automatisch,
sogar mehrere, falls mehr als eine eingebaut sein sollten (wie auf unserem
Testrechner).
Denn XFree86 4.x unterstützt nun endlich auch multihead (wie Accelerated X
übrigens schon lange), so daß man das Computerbild auf mehrere Monitore
aufteilen kann. (Allerdings wollte SaX2 uns auch anbieten, die
Vodoo1-Add-On-Karte im Multihead-Modus zu verwenden, was jedoch zu Problemen
führen würde, da diese Karte nur einen 3DfX-Modus unterstützt.)
Nach dem Auswählen unseres Monitors aus der reichhaltigen langen Liste
und der Wahl der Logitech-Wheel-Maus wird einem eine Reihe an
möglichen Auflösungen geboten, die beim nachfolgenden Testen den Monitor
jedoch schwarz ließen. Die maximal erreichbare Auflösung lag bei
1024x768, was weit unter den Fähigkeiten des Monitors lag.
Ein Blick in die später erzeugte /etx/X11/XFree86.config zeigte,
daß die generierten Modelines sehr zurückhaltend gewählt wurden.
Wahrscheinlich als Folge sehr kleiner Werte von Hsync und Vsync der
voreingestellten Monitoreigenschaften.
Nachdem die Modelines einer älteren XFree86-Konfiguration per Hand übernommen
wurden, konnte nun auch eine höhere Auflösung (und das immer noch flimmerfrei)
benutzt werden.
Trotz unter SaX2 korrekt ausgewählter Maus, konnte der Zeiger allerdings
nicht bewegt werden. Nach Auswahl einer normalen 3-Knopf-Maus und einer
nachfolgenden Hand-Anpassung der XFree68.conf konnte dann auch das
Rad an der Maus benutzt werden.
Danach ging es an die Konfiguration der TV-Karte (Achtung: Die
Installationsanleitung im mitgelieferten Handbuch ist vollkommen veraltet).
Nachdem die TV-Karte unter XFree86 3.6 ohne Komplikationen lief, erwartete ich
auch unter 4.0 keine nennenswerten Probleme. Da hatte ich aber mal wieder nicht
mit den Tücken der Technik gerechnet.
Kwintv, xawtv (und sogar vmware) brachten den X-Server alle in einen seltsamen
Zustand zwischen Absturz und Leichenstarre. Der Server ließ sich nur
zeitweise bedienen, dann allerdings nur für wenige Sekunden, bevor der Mauszeiger
wieder für ca. eine Minute einfrohr. Teilweise begleitet von beängstigenden
Strichmustern auf dem Monitor.
Nach etwas längerer Untersuchung war die Ursache gefunden. Der Fehler lag in
der DGA-Unterstützung des XFree68 4.0 Servers. Dieses Modul ist sowohl zuständig
dafür, daß Applikationen die Auflösungen des Monitors ändern können (z.B. vmware)
oder eben für das direkte Zeichnen eines Bildes in einen Monitorbereich (wie es
bei allen TV-Applikationen üblich ist).
Bei vielen Installationen/Distributionen wird dieses Modul nicht geladen,
da es noch nicht von allen Grafikkarten unterstützt wird, allerdings zeigte ein
Blick in die /var/log/XFree86.0.log, daß dies für
SuSE7.0 nicht zutrifft. Hier wurde das Modul ordnungsgemäß beim Starten des
X-Servers geladen,
offentsichtlich vertrug es sich aber nicht mit der Grafikkarte (obwohl eine
Vodoo3-3000 wirklich nicht sehr exotisch ist). Abhilfe schaffte hier ein
Update des Paketes
xmodules.rpm, von dem nämlich auf dem SuSE Server (www.suse.de)
bereits eine neuere Version vorliegt. Außerdem sollte man in derartigen Problemfällen
auch ein Update auf das neue Xfree86 4.01 in Betracht ziehen (ebenfalls auf dem
SuSE-Server zu finden).
Die Konfiguration verschiedener Netzwerkservices wie DHCP, NIS und NFS
erfolgte über Yast1 und verlief so erfolgreich und unkomliziert, wie man
es von SuSE schon seit längerem gewohnt ist.
Konfiguration des LVM und Benutzung von reiserfs gestalten sich mittels
Yast1 als sehr unkompliziert und sind auch für unerfahrene Linux-Benutzer
erreichbar.
Das Erzeugen einer Boot-Diskette hingegen war nicht erfolgreich, da das Bios
nicht auf die Festplatten-Sektoren mit dem Kernel zugreifen konnte.
Während der LILO-Installation erhielt man zwar eine Warnung, beim
Generieren der Bootdiskette gab es hingegen keine.
Beim nächsten Neustart kam man daraufhin nicht an das soeben installierte
Linux heran. Jedoch eignen sich die erste und zweite SuSE CD (da Bootfähig)
sehr gut als Ersatz einer Boot-Diskette. Denn auch sie erlauben es, ein bereits
installiertes Linux zu starten.
| Installation - auf seltsamer Hardware |
Neben der Installation auf unserem Testrechner versuchte ich auch noch die
Installation auf exotischer Hardware.
Beispielsweise die Installation unter VMware. Dies gestaltete sich als
sehr unproblematisch, allerdings erfolgt die Installation nur über
Yast1, da Yast2 nicht in den benötigten Grafikmodus wechseln kann.
Nach erfolgreicher Installation müssen dann noch die Grafiktreiber
für Xfree86 nachinstalliert werden (siehe dazu die vmware-Dokumentation),
und die virtuelle Maschine unterscheidet sich kaum noch vom Original.
Die Installation auf einem alten 486DX2/66 mit 8MB Ram und ohne
CD-Rom-Laufwerk gestaltet sich dann schon komplizierter.
Die Bootdisketten funktionieren beispielhaft einfach. Um die
Unterstützung für ungewöhnliche Hardware zu erhalten, benutzt man einfach die
beiliegende zweite Diskette, auf der sich eine Reihe an Modulen befinden,
die dann nachgeladen werden können. Leider erfolgt die Erkennung einer
ISA-NE2000-Karte nicht mehr automatisch, und man sollte schon die
Interrupt-Nummer parat haben, um die Karte ansprechen zu können.
Da der PC über kein CD-Rom-Laufwerk verfügte, blieb nur eine Installation
übers Netz.
Die Installation über FTP ist auf einem derartigen Rechner allerdings nicht
machbar, da man dafür mehr als 74MB Ram benötigt, also bleibt nur die
Installation über NFS.
Allerdings eignet sich die SuSE7.0 nicht für den Einsatz auf altersschwacher
Hardware, da sie sehr ressourcenschluckend ist.
Selbst bei Minimalinstallation werden viele Services einfach installiert
und beim Booten gestartet, auf die man gerne verzichten könnte.
Entweder sollte man hierfür eine ältere Distribution nehmen, oder am besten
eine Spezial-Distribution wie beispielsweise µ-Linux.
Die Professional-Version wird mit 4 Handbüchern ausgeliefert:
Quick-Install Manual:
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Beim Quick-Install-Manual handelt es sich um ein 65-seitiges Heftchen, daß
sich eindeutig an den Linux-Einsteiger richtet. Mit bunten Bildern, vielen
Screenshots und Sprechblasen wird man durch die grafische Installation von
Yast2 begleitet. Die Installationshilfen gehen sogar so weit, daß auch die
OK und Weiter Knöpfe noch näher erklärt werden.
Auf die Partitionierung wird nicht weiter eingegangen. Stattdessen steht
unter dem Screenshot zur Partitionierungstabelle nur
DIES WAR NUR ZUR INFORMATION. BITTE KLICKEN SIE ZURÜCK.
Auf Begriffe wie ReiserFS, ext2 oder Swap wird nicht näher eingegangen.
Wer auf ein derartiges Handbuch angewiesen ist, sollte sich durchaus fragen, ob
der Kauf einer Professional-Version nicht zu hoch gegriffen war...
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Das Handbuch -- Linux Know-how
begleitet einen kompetent durch die Installation mittels Yast2 und/oder Yast1.
Sehr umfangreich wird auf die verschiedenen existierenden
Verfahren eingegangen, um Linux nach der Installation auch zu booten
(LiLO, Bootdisk, Loadlin, andere Bootmanager ...) und welche Probleme dabei
aufgrund existierenden Bios und Hardwarebeschränkungen auftreten können.
Dieser Abschnitt ist sehr gelungen und bietet auch bei den vielen
auftretenden Problemfällen praktikable Lösungen.
Häufig wird auch auf die 1024-Zylinder-Grenze eingegangen, aber mit keinem
Wort erwähnt, daß dieses Problem dank neuer LILO-Version bei neuesten Boards
(Faustregel: Boards ab 1998) nicht mehr existiert (beiligende Version von
Lilo ist 21).
Stattdessen wird bei der Installation automatisch eine Partition
/boot angelegt, die unterhalb der 1024-Zylinder-Grenze liegt und später
die Kernel und Lilo-Konfiguration enthält.
Außerdem wird das nicht zu unterschätzende Problem der Partitionierung
ausführlich behandelt. Es findet sich eine kurze aber gute Einführung in
das neue Dateisystem ReiserFS, und es werden sogar Hinweise zu den zu
wählenden Partitionsgrößen gegeben. Nicht nur qualitativ, sondern sogar
in MB-Größen. Eine Tatsache, die viele Distributionen vermeiden, da
derartige allgemeine Aussagen eher schwer zu treffen sind.
Einige Informationen fehlen aber in diesem Abschnitt. So wird nicht erklärt,
warum bei der Installation die Swap-Partition vor die eigentliche
root-Partition gelegt wurde. Schließlich kann dies auf vielen Systemen nicht
zu unterschätzende Performance-Vorteile mit sich bringen.
Falls man auch das /var-Verzeichnis als eigene Partition anlegen will,
sollte man auch dieses in den vorderen Plattenbereich legen.
Auch wird nicht erwähnt, daß man beim Betreiben eines lokalen News-Servers (inn)
(was sogar an Einzelrechnern häufig der Fall ist) die /var-Partition
nicht zu klein planen sollte, da dort der gesamte News-Verzeichnisbaum abgelegt
wird. Außerdem ist es dann empfehlenswert, die Inode-Dichte zu verkleinern.
Bei einem professionellen Einsatz von Linux sind dies alles wichtige
Performance-Gewinne, die ohne größeren Aufwand erreicht werden können, und
deshalb in einer Professional-Anleitung nicht ungesagt bleiben sollten.
Im Abschnitt der Netzwerk-konfiguration finden sich gute Anleitungen
zur grundlegenden Installation des Netzwerks.
Das Routing wird allerdings recht kurz abgehandelt, genauso wie NIS- und
NFS-Dienste. Besonders schmerzlich vermisst man eine genaue Konfiguration
einer Firewall. Da SuSE zu diesem Bereich keinerlei Support bietet, sollte
man deshalb aber nicht an der Dokumentation sparen.
Bei der Konfiguration einer Firewall wird nur auf die Einstellungen mittels
Yast1 eingegangen.
Die Installtion von PPP und ISDN sind hingegen sehr umfangreich, allerdings
wird bei PPP nur die Einwahl ins Internet beschrieben, der umgekehrte Weg
eines Dial-In-Servers wird gänzlich ausgespart.
Die restliche Dokumentation behandelt einzelne Hardware- und
Softwarekomponenten und ist durchaus gelungen.
Grundlegende Linux-Befehle werden erklärt, und besonders interessant ist der
Bereich der Kernel- und Modul-Konfiguration.
Dies kann aber nicht über die ganz entscheidenden Schwachpunkte dieses Handbuchs
hinwegtäuschen. Da sich die Professional-Edition natürlich vorherrschend
an den Server-Betrieb von Linux richtet, ist es um so erschütternder, daß
grundlegende Software wie z.B. Apache nur in einem einzigen Nebensatz
erwähnt werden.
Gerade der Web-Server Apache ist wohl ein Hauptgrund, warum viele Firmen
Linux anstatt NT als Server einsetzen. Deshalb sollte
diesem Bereich in einer Professinal-Dokumentation viel Platz gegeben werden.
SSL, SSI und PHP in Verbindung mit einer SQL-Datenbank sind nicht gerade
selbsterklärend und sollten deshalb zumindest erwähnt werden.
Auch das relativ neue LVM wird nicht erklärt, sondern nur darauf
hingewiesen diese Technik nur dann zu benutzen, wenn man genau weiß, wie man
sie benutzt -- äußerst hilfreich.
Mittels LVM kann man Partitionen über mehrere Platten auszudehnen und sogar
während der Laufzeit in ihrer Größe verändern. Diese Technik ist natürlich
für größere Server interessant, um schnell Plattenplatz hinzufügen zu können.
Abschließend hinterläßt das Handbuch den Eindruck, daß man hier bisher den
Umsprung zu einer Professional-Version noch nicht vollzogen hat.
Es wird viel zu wenig auf die Belange von Linux im Server-Einsatz eingegangen
und entscheidende Software und deren Konfiguration z.T. nicht einmal
erwähnt.
Viel mehr handelt es sich um eine Hilfe für Linux-Interessierte, die
Ihr System für etwas mehr als reine Textverarbeitung benutzen wollen.
Viel zu häufig ist man auf Spezialliteratur angewiesen um weitere
Information zu finden.
Als Dokumentation von Linux für einen professionellen Server-Einsatz eignet
sich das Handbuch in keinster Weise.
Konfiguration
Ein weiteres 230-seitiges Handbuch mit dem Titel Konfiguration gibt sowohl
eine Einführung in die Benutzung von KDE als auch die Systemkonfiguration
mittels Yast1, Yast2, SaX und SaX2.
Auch auf den Einsatz von Hardwarekomponenten wie Scanner, CD-Brenner
und TV-Karte wird eingegangen.
Außerdem findet man in dem Buch ein Kapitel über Ergonomie am
Arbeitsplatz, welches einem erklärt, worauf man bei seinem Rechner und
seiner Arbeitsumgebung achten sollte um möglichst gesund und bequem
am Rechner arbeiten zu können.
Auch wenn ein derartiger Text eher der PC-Hardware anstatt einem Betriebssystem
beiliegen müßte, sollte man den Abschnitt durchaus beherzt lesen.
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Die Programme
Das letzte noch mitgelieferte Handbuch gibt einem Anleitungen zu den
Softwareprogrammen StarOffice, Adobe Acrobat Reader, Midnight Commander, joe,
Netscape, RealPlayer5, kscd, xmms, Gimp und XSane.
Da bei Linux-Software normalerweise die Anleitungen nur als Text-Datei beiliegen,
kann es für viele Anwender hilfreich sein, eine Anleitung in ausgedrucker
Form zu haben.
Aber auch hier gilt: Wer Linux als Server einsetzen möchte, aber Dokumentation
zur Bedienung von Netscape oder xmms benötigt, hat etwas falsch gemacht ..
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Zusammenfassend kann man sagen, daß die SuSE 7.0 einen sehr geteilten Eindruck
hinterläßt.
Für Anfänger sehr gelungen ist die einfache Installation mittels Yast2.
Besonders wegweisend ist die automatische Hardwareerkennung und die
Konfiguration der einzelnen Komponenten. Allerdings gibt es hier noch eine
Reihe von Schwächen, da (zumindest auf unserem Rechner) vieles an Fähigkeiten
ungenutzt blieben (speziell Grafikkarte und Monitor),
denn man mußte nachträglich per Hand die Konfigurationsdateien noch
optimieren.
Der Softwareumfang ist gigantisch und meines erachtens im Vergleich mit
allen anderen Distributionen unerreicht.
Die Sammlung umfaßt Office-Pakete, alle erdenklichen Netzwerktools, auch
Testversionen kommerzieller Programme bis hin zu den üblichen nützlichen Tools.
Spätere Konfiguration erfolgt komfortabel über Yast1 und mittlerweile auch z.T.
über Yast2. Wer es lieber hat, kann aber auch SuSEConfig ausschalten und
die Konfiguration mittels Texteditor durchführen. Somit dürften sowohl Anfänger
als auch Hacker zufrieden sein.
Die Handbücher hingegen sind für den professionellen Einsatz kaum geeignet, und
ersetzen gute Fachliteratur in keinster Weise. Hier sollte man bei der
Professional-Edition die speziell an Anfänger gerichteten
Installationsanleitungen weglassen und dafür das Linux-Know-How-Handbuch
um so manche Netzwerkthemen erweitern.
Die Professional-Edition hinterläßt den Eindruck, daß der Spagat zwischen
einer Einsteiger- und einer Power-Distribution noch nicht gelungen ist.
Einerseits will man Linux-Einsteiger nicht verprellen, die (warum auch immer)
zur Professional-Version greifen, andererseits will man aber auch den
High-End-Markt mit dieser Distribution erreichen.
Dies kann aber auf Dauer nicht gelingen. Wenn man schon die Distribution
in zwei Versionen aufteilt, dann bitte auch richtig.
Will man auf Dauer den professionellen Markt gewinnen, müssen Pakete wie
SQL-Datenbanken, Netzwerksicherheit, Clustering und Serverdienste mehr in
den Mittelpunkt der Distribution gerückt werden und sollten nicht nur
als zusätzliche RPM-Pakete auf einer weiteren CD mitgeliefert werden,
denn aus dem Netz herunterladen kann sich jeder Administrator diese Pakete
auch selber.
In diesem Zusammenhang sollte aber nicht vergessen werden, daß wichtige
Tools wie ReiserFS und LVM schon vorbildlich eingebunden wurden.
Jeder Benutzer sollte selbst entscheiden, ob er auf KDE2(Beta) und die Server- und
Entwickler-Tools, die nur der Professional-Version beiliegen, angewiesen ist,
denn für einen Einsatz als Desktop sollte die Personal-Edition von
SuSE ausreichen.
SuSE Homepage: www.suse.de
Wir bedanken uns bei der SuSE GmBH für die Bereitstellung einer
Evaluationsversion.
SuSE und Yast sind eingetragene Warenzeicchen der SuSE GmBH.
Linux ist ein eingetragenes Warenzeichen von Linus Torvalds.
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-Testberichte über Testberichtschreiber - 26.10., Ralf Knies
-Re: Testberichte über Testberichtschreiber - 26.10., Ronny Ziegler
-Re:Re: Testberichte über Testberichtschreiber - 9.11., Roland Steinbach
-Voodoo 3 + 1 - 27.10., Björn
-Re: Vodoo 3 +1 - 27.10., Ronny Ziegler
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