|
|
LinuxNetMag #1
 Druckversion
|
|
Sie haben mehr als nur einen Rechner im LAN, aber nur ein Modem?
Wollen aber auch von den anderen aus ins Netz?
Dann brauchen sie Masquerading!
Häufig hört man in Newsgroups, daß jemand ein Netzwerk
mit zwei oder mehr Rechnern hat, aber nur ein Modem besitzt. Verständlicherweise
möchte man dann auch vom Rechner ohne Modem übers das Lokale
Netz (LAN ... Local Area Net) das Modem mitbenutzen
Häufige Antwort ist dann sich einen Proxy zu installieren,
auf den man dann von anderen Rechner aus zugreifen kann.
Nicht schlecht, aber nicht perfekt.
Viele kleine Applikationen bieten nicht die Möglichkeit einen
Proxy einzustellen, und sind dann nicht benutzbar. Mit Masquerading
gehts da einfacher und auch allumfassender.
Bei Masqueradning muss das Modem am Linux-PC angeschlossen sein, die
Betriebssysteme
der anderen Rechner im LAN sind egal, nur müssen alle das TCP/IP
Protokoll unterstützen. Ist Masquerading dann installiert, und der
Rechner über das Modem ins Netz eingewählt, dann können
alle anderen PCs über den Masqueradingrechner als
Gateway ins
Internet gelangen, als wären sie selbst direkt verbunden.
Jeder Computer versteckt sich hinter der offiziellen IP-Adresse
des Masquerading PCs, benötigt also keine eigene offizielle Adresse.
Über den Masquerading-Rechner kann man dann z.B. auch C&C
auf Windows übers Internet spielen. Allerdings gibt es bei
einigen Programmen immer wieder kleinere Probleme, die aber meistens schnell
bei einer neueren Version von Masquerading ausgebessert werden.
Zusätzlich liefert Masquerading auch ein Plus an Sicherheit.
Weil bis auf den Rechner mit Modem kein Rechner im LAN eine Offizielle
IP-Adresse besitzt, sind diese auch nicht vom Internet aus erreichbar.
Allerdings ist somit auch ein eigener Webserver auf den Clients von aussen
nicht sichtbar.
Die Installation läuft recht unkompliziert, wenn man keine
Angst hat sich einen eigenen Kernel zu kompilieren:
>> cd /usr/src/linux/
>> make xconfig
Jetzt müssen unter Networking options folgende Eigenschaften
aktiviert werden:
-
Network firewalls
-
IP: forwarding/gatewaying
-
IP: firewalling
-
IP: masquerading
Dann den Kernel kompilieren:
>> make dep clean modules modules_install zImage
und den neuen Kernel dann mit Yast installieren (SUSE-Distribution)
und neu booten.
Aktiviert wird dann das Masquerading durch
>> ipfwadm -F -d deny
und
>> ipfwadm -F -a m -S 192.168.xxx.0/255.255.255.0
wobei hier dass xxx natürlich mit der eigenen Adresse ersetzt
werden muss. (Wer den Kernel nicht kompilieren möchte, kann
erstmal ausprobieren, ob die oben genannten Optionen vielleicht schon im
Kernel Integriert sind. Dann braucht man keinen neuen Kernel.)
Auf den Clients muss dann der Masquerading-Rechner noch als Gateway
installiert werden. Und schon steht dem gesamten LAN die Welt des Internets
offen.
Platz für Kommentare & Fragen:
(selbst eintragen)
|