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Linux für die Massen ?

Linux-NetMag TitelDurch die diesjährige CeBit hat wohl auch der letzte Computerbenutzer mal was von Linux gehört. Ohne Zweifel hat in den letzten Monaten das Medieninteress an Linux stark zugenommen, und immer mehr Firmen trauen sich nun ihre Produkte auch für Linux anzubieten. Und jedes Programm wird von der Linux-Gemeinde euphorisch begrüßt, egal, ob es nun benötigt wird, oder nicht. Es geht vielmehr um die Signalwirkung, die von derartigen Projekten ausgeht. Aber genau diese läßt genau den Computerbenutzer, der bisher noch kaum Erfahrung mit Linux hatte, eher kalt.


SAP R/3 für Linux anzubieten wahr wohl die spektakulärste Ankündigung, die auf der CeBit bekanntgegeben  wurde, jedoch betrifft gerade diese den normalen User auch am wenigsten. Schön, daß der Datenbank-Server im Firmennetz nun unter Linux laufen kann, großartige Veränderungen für den Desktop-Besitzer sind damit aber wohl nicht zu erwarten. Auch die meisten anderen Anbieter zielen noch hauptsächlich auf den Server-Markt, denn hier gibt es die größten Gewinne zu erwarten. Auch für Marktriesen wie IBM ist es nur natürlich, Linux neben vielen anderen Betriebssystemen zu unterstüzen, und man versucht durch diese Aussage die Euphorie der Medien zu bremsen. Die Aussage zeigt aber trotzdem, daß Linux den Sprung vom Hackerspielplatz zum anerkannten Betriebssystem geschafft hat.
Unverständliche scheint es da, daß alle neuangekündigten Produkte Linux als reines Server-System ansehen. Hingegen setzt die Mehrzahl der Benutzter  Linux als ein Arbeitsplatzsystem ein, welches mit Serverdiensten angereichert ist. Es zeichnet sich eine Schieflage ab zwischen dem, was die Linuxorientierte Presse gerne hätte, nämlich Linux als Konkurrenz zu Windows, und was tatsächlich in den Entwicklungslabors der Firmen passiert. Dort ist Linux nämlich nur eine weitere, aber eben kostengünstige Unix-Version, die sich großer Beliebtheit erfreut, und nun stabil genug ist, diejenigen Serveraufgaben zu übernehmen, die sowieso schon immer unter Unix-Systemen angeboten wurden. Zwar ersetz Linux auch immer mehr an NT Rechnern, aber meist nur an Stellen, wo diese für Netzwerkdieste zuständig waren. Eine derartiger Einsatz übersieht aber den wichtigsten Unterschied von Linux gegenüber bisherigen Unix-Varianten. Gerade die große Verbreitung des Systems hat für eine schnelle Entwicklung von Anwendungen auf der Client-Seite bewirkt, Windowmanager, sogar ganze Desktopumgebungen sind innerhalb kürzerster Zeit entstanden, und sorgen für die Möglichkeit Linux auch als Arbeitsplatzrechner einzusetzen. Beispielsweise wird die neue Caldera-Distribution auf der Client-Seite neue Maßstäbe setzen. "Linux for the masses" wird langsam zur Realität. Auch wenn noch viel Arbeit auf diesem Gebiet geleistet werden muß, sind bisherige Lösungen durchaus schon als recht einsteigerfreundlich einzustufen. Ob ein derartiger Trend jedoch auch von der gesamten Linux-Gemeinde gewünscht wird, ist fraglich. Gerade derartige Projekte spalten die langjährigen Linuxanwender in zwei Lager.
Erstmals liegt ein Betreibssystem vor, daß in Netzen sowohl als Service-Anbieter und als -Empfänger eingesetzt werden kann. Es eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten innerhalb eines Netzwerkes. Man kann ohne Probleme Mischungen aus teuren Server/Client Strukturen oder schlecht administrierbaren Peer-to-Peer-Netzwerken aufbauen. Jeder Client ist in der Lage teile seiner Resourcen dem Netz zur Verfügung zu stellen und somit als Client und Server zu agieren. Die Denkweise,daß für einen Web-, FTP- oder IRC-Server auch ein entsprechender Rechner abgestellt werden muß, ist heutzutage überhohlt, will man nicht gerade eine Portal-Site aufbauen. Aber dies versuchen einige Firmen dem Kunden immer noch derart zu verkaufen. Will man einen Betriebssystem für einen Einzelarbeitsplatz, benötigt man ein anderes als für den Einsatz im Netz, oder gar als Server. Mehrfaches Abkassieren ist heirbei der Lohn. 
Linux hingegen ist modifizierbar und in jedem Bereich einsetzbar, und es kann auch verschiedenen Bereiche gleichzeitig abdecken.

Ganz allgemein stört, daß manche Medien die Ankündigungen der großen Firmen in den falschen Hals zu bekommen scheinen. Hierbei handelt es sich weniger um die Akzeptanz von Linux als Betriebssystem, wie es viele Zeitschriften gerne hätten, um so auf einer Welle von 1000 Linux Tips & Tricks kräftig mitzuverdienen, sonder um den Einsatz als Server in dunklen Keller-Räumen. Natürlich ist auch dies positiv anzusehen, jedoch bleibt zu hoffen, daß Linux hierdurch besser früh als spät auch den Weg in die beleuchteten Bürozimmer findet.

Ronny Ziegler
  [email protected]
ICQ# 17823333


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