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LinuxNetMag #2
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Sie haben mehrere Mail-Accouts, oder mehrere
Benutzer, die auf ihrem PC Arbeiten und alle e-mail benutzen wollen?
Oder auch wenn sie das gesamte lokale Netz mit Post aus dem Internet
versorgen wollen,
ist fetchmail das Programm, um derartige Prozesse zu automatiseren.
Der typische Windows Anwender ließt und schreibt seine Post mit Netscape
oder IE. Mit diesen Programmen kann man dann auch die Post aus dem
Internet herunterladen.
Unter Linux kann man genauso vorgehen, aber da Linux ein Mehrbenutzersystem
ist, ist dieses Verfahren nicht mehr Praktikabel, sobald mehrere Personen
an einen Rechner e-mail benutzen.
Mit fetchmail kann man den Download der Post automatisieren.
Fetchmail kann dabei für einen Rechner die Post aller Benutzer verwalten,
oder sogar mit etwas weiterer Konfiguration das ganze lokale Netz (LAN)
mit Post versorgen,oder für eine einzlene Person mehrere Post-Accounts
verwalten.
Fetchmail ist bei den meisten Distributionen standardmäßig
installiert, ansonsten muß dieses nachgeholt werden (bei S.u.S.E.
das Paket fetchmail.rpm im aus dem Verzeichnis n (Netz) installieren).
Nachdem man das Paket installiert hat, muß nur noch die Konfigurationsdatei
angepaßt werden.
Für den Benutzer root wird die Datei .fetchmailrc angelegt,
falls diese noch nicht existiert:
>> touch .fetchmailrc
und diese Datei dann entsprechend angepaßt:
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Datei /root/.fetchmairc
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#.fetchmailrc
# poll POPSERVER protocol POP3
# user REMOTEUSERNAME to LOCAL_USERNAME
# password REMOTEPASSWORD
#
#Erster Account
poll pop.meinpopserver.com protocol POP3 user meinmailname to meinlocalername
password meinpasswort
# zweiter Account
poll pop.meinpopserver2.com protocol POP3 user meinmailname2 to meinlocalername
password merinpasswort2 |
In dieser Datei wird für jeden Benutzer angegeben, von wo die Post
abgeholt werden soll, und an welchen Benutzer auf dem lokalen Rechner
die Post weitergeleitet wird.
Die Konfiguration sollte dabei pro Account je eine Zeile
angelegt werden.
Die Zeile beginnt mit poll, gefolgt mit dem Server im Internet,
von dem die Post abgeholt werden soll. Danach spezifiziert man das Protokoll.
Hierbei handelt es sich meistens um einen POP3 Server.
Mit user wird angegeben, wie der Name auf dem Pop3-Server
lautet. Dies ist der Teil, der in der e-mail-Adresse vor dem "@" steht.
Danach muß das Programm noch wissen, an welchen lokalen User
die Post weitergeleitet wird. Hierfür wird hinter to der Name
angegeben, mit dem sich der entsprechende User auf dem lokalen Rechner
einloggt. Natürlich wird auch noch das Passwort benötigt
mit dem die Post auf dem Pop3-Server geschützt ist.
Da in der Konfigurationsdatei die Passwörter unverschlüsselt
abgeleg werden, darf diese Datei nur vom Root lesbar sein. Wenn dies
nicht der Fall ist, macht einen fetchmail sofort darauf aufmerksam.
Mit
>> chmod og-xrw ~/.fetchmailrc
kann man die Datei für andere Benutzer sperren.
Wenn man nun auf mehreren POP3-Server seine Post hat, ist es kein Problem
mit einem weiteren Eintrag, auch von den weiteren Rechnern die Post zu
holen und an den selben lokalen Benutzer weiterzuleiten.
Für weitere Benutzer auf dem lokalen System, wird einfach nur
ein weiterer Eintrag in der .fetchmailrc angelegt.
Die heruntergeladene Post wird vom Programm erstmal im Verzeichnis
/var/spool/mail/
zwischengespeichert.
Für jeden Benutzer wird dort eine Datei angelegt, in der sich die
Post ansammelt. Nun kann man mit einem beliebigen Mail-Programm seine Post
lesen. Man muß nun nur als Pop3-Server den lokalen Rechner angeben
(localhost oder 127.0.0.1) Damit wird die Post statt aus dem
Internet vom eigenen Rechner geladen, und man benötigt keine stehende
Verbindung ins Netz.
Nur wie startet man jetzt das Programm, um die Post herunterzuladen?
Zum ersten Testen stellt man ganz normal seine Verbindung zum
Internet her, und startet dann das Programm von Hand mit dem Befehl
>> fetchmail -a
mit diesem Befehl wird die Post aus dem Internet geladen, auf diesem
Server nach dem herunterkopieren gelöscht, und auf dem lokalen pop3-Server
zwischengelagert.
Falls Probleme auftreten, sollte man zusätlich die Option
-v
benutzen, weil somit genauere Informationen über den Verbindungsaufbau
geliefert werden, und man schneller den Fehler findet.
Sobald fetchmail fehlerfrei arbeitet, kann man das Programm als Deamon
im Hintergrund arbeiten lassen. Dies geschieht mit dem Befehl
>> fetchmail -d 300
Dabei gibt die Zahl an, in welchen Zeitabständen in Sekunden
nach neuer Post geschaut werden soll.
Da dies nur Sinn macht, wenn auch eine Internetverbindung besteht,
sollte das Programm erst nach einem Verbindugsaufbau gestartet werden.
Durch einen Eintrag in die Datei /etc/ppp/ip-up kann dies erreicht
werden.
Neben den anderen Befehlen, die hier ausgeführ werden, sollte
auch die Befehle "fetchmail -quit" und "fetchmail -d 300"
stehen, um erstmal einen möglicherweise noch laufenden fetchmail zu
beenden,
und danach den fetchmail in dem eigenen Intervall zu starten.
Nach Abbaud der Verbindung kann fetchmail wieder gestoppt werden,
mit einem Eintrag in der Datei /etc/ppp/ip-down in der Form "fetchmail
-quit"
wird dieses erreicht.
Somit startet fetchmail beim Einwählen ins Netz automatisch und
beendet sich beim Auswählen. Der Mail-Transport ist somit komplett
automatisiert.
Wie man nun mit fetchmail das gesamte lokale Netz versorgen kann, folgt
in der nächsten Ausgabe von LinuxNetMag.
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-procmail - 4.9, Andreas Grund
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