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LinuxNetMag #2
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Das MPEG-Layer 3 Musikformat der Frauenhofergesellschaft hat
sich zum Liebling der Musikszene gemausert.
Bis auf acht Prozent der Größe einer entsprechenden
Wave-File werden die Dateien reduziert.
Und das ohne hörbare Qualitätseinbuße.
[ x11amp | GQmpeg
| mpg123 | Sajber Jukebox |
gmp3
| freeamp | --links --]
Mpeg-Layer 3, kurz MP3, ist ideal, um Musikdateien übers Internet
zu verbreiten. Die Dateien sind nicht zu groß, und man muß
sich nicht über schlechte Qualität ärgern. Denn genau
für einen Internet-Einsatz wurde das Format entwickelt.
Wegen dieser Eigenschaften hat sich dieses Format auch schnell verbreitet
und wurde zu einem Quasi-Standard für Internet-Musik. Nun,
da das Format so beliebt ist, stellt die Frauenhofergesellschaft
allerdings Copyrightansprüche auf ihren encoder-Algorithmus,
also auf den Programmteil, mit dem man wave-Files in MP3-Files
umwandelt. Sollte ein Programm also den Algorithmus des Frauenhoferprogramms
benutzen, sind hohe Gebühren zu entrichten, die viele Privatprogrammierer
nicht bezahlen können.
Genau aus diesem Grund sind viele der MP3-Encoder wieder aus dem Netz
verschwunden.
In Zukunft könnte ein ähnliches Problem bei den Playern entstehen.
Denn auch hier überlegt man bei der Frauenhofergesellschaft, ob dieser
Algorithmus unter das Copyright fällt, und deshalb auch hier
durch Gebühren Geld verdient werden könnte. Allerdings würde
dies wohl das Aus für MP3 bedeuten, wenn die Abspielprogramme nicht
mehr kostenlos erhältlich wären. Denn kaum jemand würde
dann das Format noch benutzen wollen. Und das weiß man natürlich
auch bei der FHG.
Auch die GEMA ist über das Format nicht glücklich.
Durch das Vertreiben von raubkopierter Musik übers Internet, entgehen
der Anstalt jährlich hohe Geldsummen.
Denn das Kopieren von Musik ist nicht legal. Jedoch ist es erlaubt,
die eigenen CD´s ins MP3-Format zu wandeln.
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Bei X11Amp (Screenshot)
handelt es sich um einen Clone des Windows-Programms WinAmp.
Auch X11Amp unterstützt
Skins,
also die Möglichkeit, verschiedene Oberflächen für das Programm
zu benutzen. Das Programm kommt mit einem integrierten MP3-Player, der
gut mit fehlerhaften MP3-Dateien umgehen kann. Jedoch ist der Resourcenverbrauch
hoch, so daß es sich lohnt, das Programm mit einer höheren
Priorität
zu starten, so daß man mit den anderen Programmen noch arbeiten kann,
ohne daß die Musik knackt:
>> nice -n 0 x11amp&
als Benutzer oder, falls dieses noch nicht reichen sollte, als root
mit einem nice-Wert bis zu -20.
X11Amp unterstützt
Playlisten und besitzt zwei verschiedene Darstellungen der momentanen Musikausgabe:
Das Programm bietet die Möglichkeit, das Fenster auf wenige
Pixel zu verkleinern, um Platz auf dem Desktop zu sparen, trotzdem
sind dann die wichtigsten Funktionen immer noch zugänglich:

Für die Zukunft ist eine Unterstützung von WinAmp-Skins geplant,
sowie die Integration eines internen Mixers. Auch ein andockbares
Icon für WindowMaker oder Aftersteps Wharf steht auf
der ToDo-Liste.
Der X11Amp-Player ist aufgrund seiner Stabilität, der Skin-Unterstüzung
und der Fehlertoleranz bei MP3-Dateien sehr empfehlenswert. Nur
der hohe Resourcen-Verbrauch trübt das sonst positive Bild.
GQmpeg
(Screenshot) ist eigentlich nur ein GTK-Frontend
für mpg123.
Auch GQmpeg
besitzt eine Unterstützung für Skins. Die Skins sind im
Gegensatz zu X11Amp nicht
in der Form beschränkt, so daß hier schönere Designs
existieren (siehe auch Screenshot).
X11Amp bietet einen
sehr guten File-Browser, um sich seine eigenen Play-Listen zusammenzustellen.
Jedoch basiert GQmpeg
auf mpg123,
ist somit zwar recht resourcensparend, hat allerdings Probleme mit
nicht ganz fehlerfreien MP3-Dateien.
mpg123
ist rein textbasiert, besitzt also keine graphische Oberfläche.Das
Programm spielt vielleicht gerade deshalb eine wichtige Rolle bei vielen
Programmen. Denn viele Programme besitzen gar keinen eigenen mp3-player,
sondern greifen auf einen existierenden, wie mpg123
zurück (so zum Beispiel bei GQmpeg).
Der Programmierer kann sich somit voll auf die Oberfläche konzentrieren.
Das Programm verbraucht sehr wenig Rechenkapazität und
ist schwer durch erhöhte Systemauslastung aus dem Tritt zu bringen.
Verliert es aber bei hoher Systemauslastung mal den Pfaden, so kann
es passieren, daß die Musik anfängt zu rauschen, und
das verschwindet auch dann nicht, wenn wieder genug Resourcen zur Verfügung
stehen. Erst nach dem Beenden von mpg123,
oder bei einem neuen Titel läuft das Programm wieder normal.
Schwerwiegender ist da schon, daß das Programm nicht mit fehlerhaften
MP3-Files umgehen kann. Während andere Programme etwas toleranter
sind, und, wenn überhaupt, nur ein Knacken erzeugen, unterbricht mpg123
die Musikausgabe komplett.
Ein weiteres mp3 Programm ist Sajber
Jukebox (Screenshot). Das Programm kommt mit
einem eigenen Player (sajberplay) und einer dazugehörigen QT-Oberfläche
(jukebox), die allerdings auch mit einem beliebigen anderen Abspielprogramm
wie z.B . mpg123
läuft. Auch ein Mixer ist in der Oberfläche integriert.
Das Programm bietet sehr komfortabel die Möglichkeit sich mehrere
Playlisten
zusammenzustellen und zu verwalten. Auch direkten Zugriff auf HTTP-
und FTP-Server werden ermöglicht.
Das Programm läuft stabil, wenn auch sehr resourcenhungrig.
Noch stark in der Entwicklungsphase befindet sich das Programm gmp3
(Screenshot). Es befindet sich momentan in der Version
0.08, und das hat sich nun schon seit mehreren Monaten nicht geändert.
Die Programmoberfläche ist in GTK programmiert, und stellt die
Oberfläche zu mpg123
dar.
Das Abspielprogramm läßt sich verkleinern, und besitz die
Möglichkeit, zwischen verschienen Themen für das Erscheinungsbild
zu wählen.
Freeamp ist ein für Linux und
Windows erhältlicher mp3-Player mit ungewöhnlichem Design (Screenshot).
Der freeamp benötigt sehr wenig resourcen und besitzt den robustesten
algorithmus zum Abspielen defekter MP3s. Wenn die MP3-Datei ein ID3-Tag
aufweist, wird dieses statt des Dateinamens angezeigt. Das Programm wird
unter GPL vertrieben und für viele verschiedene Plattformen
entwickelt.
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