Wer selber mp3-Dateien generieren will, muß diese mit Hilfe
von Encodern aus wave-Samples erstellen.
Aber gerade in diesem Bereich will das Frauenhoferinstitut kräftig
mitverdienen,
und macht dem normalen Benutzer das Leben unnötig
schwer. Aber es gibt Auswege!
Früher oder später will jeder auch mal seine eigenen mp3-Files
erzeugen.
Zum Beispiel um seine CD-Sammlung komprimiert auf eine einzelne
CD zu brennen. Dann benötigt man noch ein Programm, daß einerseits
die Musik von der CD hohlt (siehe Ripper),
und dann eins, das diese eingelesene Musik in mp3 umwandelt. Mit der zweiten
Sorte beschäftigen wir uns hier. Dies erledigen sogenannte Encoder.
Alle gängigen Encoder benötigen die zu bearbeitende Musik im
Wave-Format. Diese Wave-Dateien werden dann nach mathematischen Algorithmen
komprimiert (d.h. es werden hauptsächlich die Frequenzen herausgefiltert,
die das menschliche Ohr nicht wahrnehmen kann).
Dieser Algorithmus ist recht kompliziert, so daß viele Programme
einfach den Originalquelltext des Frauenhoferencoders benutzt haben. Nun
will aber das Institut auf diesem Gebiet Geld verdienen, und so muß
jeder, der den Algorithmus des Frauenhofergesellschaft benutzt eine hohe
Gebühr bezahlen.
Somit sind die meisten Encoder illegal, oder die Entwicklung wurde
eingestellt.
Es gibt aber auch einige freie Encoder, die ihren eigenen Algorithmus benutzen.
Jedoch sind Linux-Varianten meist selten. Deshalb wollen wir mit
diesem Artikel helfen, den richtigen Encoder für Linux zu finden.
l3enc ist der Encoder der Frauenhofergesellschaft.
Dieses Programm ist kostenpflichtig, allerdings zum Kennenlernen
für einen Zeitraum als Testversion benutzbar. Nach Ablauf der
Testfrist verlangt das Programm einen Freischaltungscode, der von
der
Frauenhofergesellschaft erhältlich
ist.
Der 8hz-mp3 Encoder ist ein gutes Beispiel
dafür, was die Lizenzpolitik der Frauenhofergesellschaft
anrichtet. Dieses Programm entstand als ein Projekt einiger Studenten,
wurde allerdings wegen der hohen Lizenzkosten, die an das Institut
entrichtet werden sollten, wieder eingestellt. Der Download-Link von der
Hompage wurde entfernt. Trotzdem schwirren teilweise im Netz noch
Entwicklungsversionen des Programms herum.
Das Windowsprogramm bladeenc
gibt es auch in einer Linux-Version. Der Encoder ist speziell auf hohe
Qualität
ausgerichtet und bietet bei mp3-Dateien ab Bitraten von mindestens 192kbps
laut dem "user
oriented MP3 encoding guide" die beste Qualität. Damit werden
die Dateien aber recht groß, und beim Abspielen wird der Prozessor
mehr gefordert. Allerdings soll dies ein verbessertes Höhrerlebnis
mit sich bringen. Der Unterschied ist aber erst mit guten Boxen zu hören.
Ein weiterer Encoder mit dem einfallsreichen Namen encoder ist erhältlich
unter ftp://wopr.campus.luth.se/pub/mpeg_layer_3/.
Er läuft stabil, und erzeugt auch bei niedrigen kbps-Raten
gute Ergebnisse. Er wird speziell für Linux entwickelt und kompiliert
ohne Probleme. Die Geschwidigkeit ist gut. Allerdings ist es fraglich,
ob dieser Encoder legal ist, da er nur einen verbesserten Algorithmus
der Frauenhofergesellschaft benutzt,
und keinen eigenen.
Dieses Programm ist unter Linux der Standardencoder, der von
allen MP3-IDEs unterstützt wird.
Der l3enc ist zwar beim
compilen recht langsam, erzeugt aber bei hohen Kompressionsraten
kleine und qualitativ hochwertige Dateien. Ein Qualitätsverlust ist
kaum hörbar. Die Kompression ist im Vergleich mit anderen Programmen
bei selber Bitrate meist besser, und die erzeugten mp3-Dateien sind somit
kleiner.
Die Entwicklung des 8hz-mp3 wurde
recht früh gestoppt, so daß die erhältlichen Versionen
sehr instabil sind, und spezielle Ansprüche an die zu bearbeitende
Wave-File gestellt werden. Die Wave-File muß in Stereo und
16
Bit vorliegen. Ansonsten verweigert 8hz-mp3
die Arbeit.
Die Geschwindigkeit beim Encodieren ist sehr hoch, allerdings hat das
Programm Probleme bei niedrigen kbps ab 128kbps abwärts. Hier
klingen die Mp3-Dateien, wenn man sie z.B. mit mpg123
abspielt, verzerrt, und der Player spuckt ständig Fehlermeldungen
aus, während x11amp keinerlei
Probleme zu haben scheint. Die generierten Dateien sind wohl nicht ganz
formatkonform.
Eine weitere wichtige Eigenschaft von bladeenc
ist die Möglichkeit bladeenc
mit den selben Optionen wie l3enc
aufzurufen. Dies scheint auf den ersten Blick recht unspektakulär,
aber erst damit ist es möglich bladeenc
zusammen mit Frontends einzusetzen, die eigentlich für l3enc
entwickelt wurden.
Das Programm hat die Entwicklungsphase seit einiger Zeit abgeschlossen
und ist in einer Version 1.x.x erhältlich; es wird ständig weiterentwickelt,
wobei der Entwicklungschwerpunkt bei der Windowsversion liegt. Die Linux-Versionen
erscheinen meist mit einiger Verspätung.
Für hohe kbps ist dieses Programm sehr zu empfehlen und sogar
dem l3enc vorzuziehen, für
niedrige kbps-Werte sollte man ihn auf keinen Fall benutzen, da
die so erzeugten Dateien für Höhrer einiger player wie z.B. mpg123
nicht mehr genießbar sind.
l3enc
http://www.iis.fhg.de/audio/
8hz-mp3
http://www.8hz.com/
bladeenc
http://home8.swipnet.se/
~w-82625/
encoder
ftp://wopr.campus.luth.se/
pub/ mpeg_layer_3/