Wer im Besitz einer ISDN-Karte ist, ärgert
sich meist schon genug, daß er damit unter Linux nicht Faxen kann.
Zumindest funktioniert die Karte als Anrufbeantworter.
Einen derartigen Helfer kann man sich problemlos selbst zurechtkonfigurieren.
Wenn der PC sowieso den meisten Teil des Tages läuft, ohne daß
man anwesend ist, lohnt es sich, den PC als Anrufbeantworter zu
benutzen. Das bietet durch die vielen Konfigurierationsmöglichkeiten
eines solchen Helfers eine Reihe von Vorteilen. Da bei ISDN
die Telefonnummer immer mit übermittelt wird, ist es ein leichtes
diese Nummer auszulesen, und somit für den jeweiligen Anrufer eine
persönliche
Ansage auf dem Anrufbeantworter zu benutzen. Man kann ungewünschten
Personen auch den Zugriff auf den Anrufbeantworter gänzlich
sperren.
Es ist sogar möglich seinen Anrufbeantworter übers Internet
zu warten, wenn man denn will (siehe IX
02/1997). Aber soweit wollen wir hier gar nicht gehen. Nur kurz die
notwendigsten Schritte, um erstmal seinen Anrufbeantworter unter eine SuSE
(6.0) System zum laufen zu bekommen, werden in diesem Text erläutert.
Unter anderen Distributionen sollte eine Installation analog verlaufen.
Wenn sie ein laufendes ISDN-System unter Linux haben, also mit ISDN
schon ins Internet kommen, sollte vbox schon installiert sein, da
dieses im rpm-Paket von i4l (ISDN for Linux) ab SuSE6.0 mitinstalliert
wird. Vbox ist eine ISDN-Version des programmes mgetty, welches
einen Anrufbeantworter für Analog-modems bereitstellt.
Das Haupstück von vbox ist das Programm vboxgetty, welches
unter /usr/sbin/vboxgetty liegt. Dieses Programm verwaltet die eingehenden
Anrufe und speichert die aufgenommenen Nachrichten ab.
Als erstes sollte ausprobiert werden unter welchen Device ihr Anrufbeantworter
angesprochen werden kann. Als Benutzer root sollten sie mit
>> /usr/sbin/vboxgetty -d /dev/ttyI0
versuchsweise Ihren Anrufbeantworter starten.
Wenn das Programm ohne Fehlermeldung startet, sollten Sie sich die
Ausgabe von vboxgetty ansehen. Diese liegt unter /var/log/vbox/vboxgetty-ttyI0.log
In dieser Datei sollte etwas ähnliches stehen wie:
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|
| --------[Begin session]--------
Running vbox version 2.0.0 BETA 5... Tcl interpreter version 8.0... Found command 'debuglevel = FEWIDJ' (-global-)... Found command 'modeminit = ATZ&B512&E5' (-global-)... Found command 'user = ronny' (-global-)... [...] Locking modem port (/var/lock/LCK..ttyI0)...
|
Dann ist vboxgetty korrekt gestartet worden. Nun kann man testweise sich selbst anrufen (bei ISDN ja kein Problem -- einfach von der zweiten Nummer aus intern anrufen), und sehen, ob vboxgetty auf den Anruf reagiert. Dabei sollte man sich einerseits die Log-File von vboxgetty ansehen mit
>> tail -f /var/log/vbox/vboxgetty-ttyI0.log
und auch die allgemeine Log-Datei mit
>> tail -f /var/log/messages
Reagiert vboxgetty auf den Anruf ist dies sofort sichtbar in der Ausgabe
der Log-Datei mit einem ähnlichen Eintrag wie
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| [ 1/ 6] CALLER NUMBER: 3495252XXXX (*** Unbekannt ***)...
Reading modem input (6 secs timeout)... [ 2/ 6] RING... Reading modem input (6 secs timeout)... [ 3/ 6] RING... Reading modem input (6 secs timeout)... [ 4/ 6] RING... Reading modem input (6 secs timeout)... [ 5/ 6] RING... Reading modem input (6 secs timeout)... [ 6/ 6] RING... |
Sollte sich die Log-Datei nicht derart ändern, kann einen die Ausbgabe von /var/log/messages weiterhelfen.
Ein möglicher Fehler ist, daß man das Einwählen ins eigene System gesperrt hat. Dies kann man mit yast ausstellen unter
Administration des Systems -> Netzwerk konfigurieren -> ISDN-Parameter konfigurieren
Dort gibt es die Auswahlpunkte
Nun folgt noch die Anpassung einiger Konfigurationsdateien.
Hierfür benutzt man am besten das SuSE-eigene Programm SuSEVboxConf,
welches als root gestartet werden muß. Diese Programm
führt dann durch die nächsten Schritte der Konfiguration.
Die schwerste Stücke wäre damit ersteinmal geschafft, ab
jetzt folgt nur noch Kleinarbeit.
Um nun den Anrufbeantworter bei jedem PC-Start automatisch zu starten,
benutzt man einen Eintrag in der Dater /etc/inittab
Dort sollte man die Zeile
I0:23:respawn:/usr/sbin/vboxgetty -d /dev/ttyI0
hinzufügen. Man benutzt hier natürlich dasjenige Device, auf
welches vboxgetty reagiert. (Man kann diesen Start zwar auch mit
einem Init-Script lösen, aber die Inittab ist momentan noch
unkomplizierter).
Desweiteren benötigt man einen Eintrag in der Datei /etc/inetd.conf
Diese Datei erweitert man um den Eintrag
vboxd stream tcp nowait root /usr/sbin/tcpd /usr/sbin/vboxd
Somit sollte der Anrufbeantworter bei jedem Booten immer mitgestartet werden. (Man muß Linux nicht neu booten, um dies zu testen ein init 1 und nach dem erreichen des Single-User-modes ein init 2 reichen auch aus)
Nun müssen nur noch die Konfigurationsdateien an die eigenen Wünsche angepaßt werden. Der User, der den Anrufbantworter nutzen will, sollte sich, wenn noch nicht vorhanden, unter /var/spool/vbox ein Verzeichnis mit seinem Usernamen anlegen. Also z.b. für den Benutzer frank5 unter
/var/spool/vbox/frank5
In dieses Verzeichnis werden dann die Beispielkonfigurationen
hineinkopiert, die mit vbox geliefert werden und unter standardmäßig
unter /usr/doc/packages/i4l/vbox /examples liegen.
Man benötigt die Dateien vbox.conf und (wichtig!!) stadard.tcl
.
Zusätzlich benötigt man ein Verzeichnis für die Ansagen
und eins für aufgenommene Nachrichten
Nachrichten unter /var/spool/vbox/frank5/incoming
Ansagen unter /var/spool/vbox/frank5/messages
Als normaler Benutzer (nicht root) kann man jetzt mit dem Programm SuSEVbox
die eingegangenen Nachrichten anhören. Ansagen nimmt man am
besten so auf, daß man sich selbst anruft, und die dadurch erzeugte
Datei im Verzeichnis incoming einfach umbenennt und nach messages
kopiert.
Um verschiedenen Anrufern eine jeweilige Ansage zuzuorden benutz man
die Datei vbox.conf. Diese kann man zwar mit SuSEVbox konfigurieren,
allerdings ist es eher unkomplizierter, wenn man die Datei mit einem Texteditor
bearbeitet. Die Konfiguration deiser Datei ist nahezu selbsterklärend.
Das Script standard.tcl ist für die Verarbeitung der eingehenden Nachrichten zuständig, und verschickt standardmäßig eine Mail an den Benutzer, sobald eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter liegt. Somit kann man über biff, oder einen beliebigen andern Mail-Monitor auch gleich den Anrufbeantworter im Auge behalten.
Hier zwei Konfiguratiosdateien. Speziell die defaultmäßig mitgelieferte Datei standard.tcl macht bei einigen Systemen probleme
Abschließend noch zwei Tips:|
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| vbox | ftp://ftp.franken.de/pub/isdn4linux/contributions/ |
| ISDN | http://www.muc.de/~hm/linux/linux-isdn.html |